Zum Hauptinhalt springen

Aktuelles aus dem Bezirksverband

Alle Neuigkeiten und Berichte gibt es auch jeden Monat in unserer Mitgliederzeitschrift MitteNmang!

Kein Bock auf Slop: Die Linke Hamburg-Mitte verzichtet auf KI-Inhalte!

Beschluss der Bezirksmitgliederversammlung Hamburg-Mitte

Generative KI-Modelle, die Bilder, Videos, Texte und Musik erzeugen, sind inzwischen aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Im Internet finden sich inzwischen mehr KI-generierte Inhalte als solche von Menschen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend.

Die meisten profitorientierten Unternehmen, die diese Modelle entwickeln, nutzen für das Training dieser Modelle ohne Einverständnis oder Entschädigung Bilder, Texte, Musik, Videos und persönliche Daten von Künstler*innen und Textautor*innen aber auch von gewöhnlichen Internetnutzer*innen. Dabei verarbeiten sie persönlichste Information, auch besonders schützenswerte wie Krankheitsangaben, Weltanschauungen oder sexuelle Orientierung, zunehmend. Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte wie das Recht am eigenen Bild, der eigenen Stimme oder am eigenen Namen wird dabei nicht genommen. Die Datenausbeute dient dabei allein den Profitinteressen großer Digitalkonzerne, die kaum Rücksicht auf Persönlichkeits- und Urheberrechte oder den gesellschaftsgefährdenden Einfluss ihrer Produkte nehmen. Das Ausmaß und die Skrupellosigkeit, mit der die großen Anbieter sich an allem Material bedienen, das sie in die Finger bekommen können, ist so nicht hinnehmbar. Mittelfristig ist hier eine enorme Umverteilung von Künstler*innen auf wenige große Anbieter zu erwarten, die sich an der Arbeit von eben jenen Künstler*innen bereichert haben.

Für den Betrieb der verbreitetsten Modelle sind riesige Datenmengen und Rechenkapazitäten notwendig, die einen enormen Energieverbrauch haben: Eine Anfrage bei ChatGPT verbraucht etwa viermal so viel Energie wie eine Google-Suche. Die riesigen Rechenzentren benötigen große Mengen an Wasser und Strom, der häufig aus fossilen Quellen stammt, was die Klimakatastrophe weiter anheizt. Auch wenn es inzwischen grüne und nachhaltige alternative Anbieter gibt, sind diese wenig verbreitet und häufig nicht intuitiv nutzbar. Außerdem bleibt die Menge an verbrauchter Energie auch hier ein kritischer Faktor.

Die Nutzung von KI-generierten Inhalten begünstigt darüber hinaus die Verbreitung von Falschinformationen und erschwert die Unterscheidung zwischen authentischen und gefälschten Dokumenten. Die zunehmende Ähnlichkeit zwischen echten und künstlich generierten Bildern und Videos, wie Deepfakes, ermöglicht ganz neue Arten von Desinformationskampagnen, die mittlerweile nicht mehr nur von staatlichen oder kapitalgetriebenen Akteuren, sondern auch von Einzelpersonen mit geringem Aufwand betrieben werden. Dadurch wird die Medien- und Meinungslandschaft destabilisiert und das Internet durch „Slop“ geflutet. Insbesondere Rechtsradikale nutzen in großen Mengen KI-generiertes Material, das sie in Massen in Sozialen Medien verbreiten. In die übermäßige Verbreitung von KI-Materialien sollten wir uns nicht einreihen und stattdessen ein Zeichen für Authentizität setzen.

Echte Fotos zeigen tatsächliche Menschen, Orte und Ereignisse und vermitteln dadurch Authentizität und Vertrauen. Das können KI-generierte Inhalte nicht. Gerade bei öffentlichen Informationen ist Transparenz und Glaubwürdigkeit entscheidend – diese kann nur durch echte, überprüfbare Inhalte gewährleistet werden.

Ein bewusster Umgang mit der Umwelt, die Wahrung persönlicher Rechte sowie der respektvolle Umgang und die Solidarität mit Kreativschaffenden sind für uns wichtige Leitlinien. Die Erstellung oder Verbreitung KI-generierter Inhalte widerspricht diesen Prinzipien und hat deshalb auf Plakaten, Posts, Flyern, Broschüren und Stickern der Linkspartei nichts zu suchen.

Die Bezirksmitgliederversammlung beschließt, dass in der Kommunikation des Bezirksverbandes, seiner Gliederungen und Zusammenschlüsse keine KI-generierten Bilder, Texte, Videos und Audioaufnahmen verwendet werden.

Zurück zum Kopf der Seite